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 22:25-00:10 SPIRITS OF MOZART
  In der Mozartstadt Wien laden EuroArts Music, die Mozartstadt Vienna 2006 GmbH und der ORF zum Crossover-Konzert Spirits of Mozart ein. Pop-, Jazz- und Klassik-Stars vitalisieren die Musik Mozarts auf ungewöhnliche und überraschende Weise.

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Spirits of Mozart
Angelehnt an das erfolgreiche Konzept der von EuroArts Music produzierten Konzerte „Swinging Bach“ und „Spirits of Music“, galt es, in ungewöhnlichen Konstellationen überraschende künstlerische Begegnungen zu ermöglichen und Mozarts Musik so für ein breites Publikum in neue Zusammenhänge zu stellen. Herausragende klassische Interpreten treffen hier auf namhafte Künstler aus den Bereichen Jazz, Rock und World Music, die allesamt die Mozartschen Kompositionen als Projektionsfläche für die eigene Kreativität begreifen. Jenseits der Konventionen eines klassischen Konzerts und mit dem Enthusiasmus radikaler Subjektivität sind die Protagonisten von Spirits of Mozart ausgezogen, um im Neuland Mozart die Barrieren zwischen E und U niederzureißen und neue Berührungs- und Verknüpfungsmöglichkeiten der verschiedenen Kategorien zu erproben. In einer Gratwanderung über alle Grenzen hinweg wird Mozarts Musik immer von neuem aufs Spiel gesetzt, stets auf der Suche nach Antworten auf die Frage: Wie klingt mein Mozart?

Crossover Mozart
Eröffnet durch die Ouvertüre zu Die Entführung aus dem Serail, beginnen die Spirits of Mozart bereits im Auftakt mit der verlockenden Verführung zu einer Klangreise in exotischere Gefilde. Unter der Leitung des vielseitigen Dirigenten Andrey Boreyko erspielt das Radio-Symphonieorchester Wien eine solide Basis für die Grenzüberquerungen der folgenden Crossover-Projekte. Um immer wieder die originalen Klangwelten des gemeinsamen Ausgangspunktes in Erinnerung zu bringen, erklingen zwischen den einzelnen Ausflügen in die verschiedenen musikalischen Genres Auszüge aus dem breiten Gattungsregister der Mozartschen Kompositionen. Als besonderen Höhepunkt dieser rein klassischen Seite des Konzertabends präsentiert die für ihre herausragend subtilen Mozart-Interpretationen weltweit gefeierte Sopranistin Christiane Oelze zwei Konzertarien und schlüpft für die Dauer einer Kanzone in das akustische Gewand des leichtfüßig sich jeglicher Einordnung entziehenden Cherubino aus "Le nozze di Figaro".

Gleichermaßen bekannt für die intellektuelle Musikalität seiner thematisch sorgfältig aufbereiteten Konzert- und Aufnahmeprojekte aus dem Bereich der klassischen Violinliteratur, wie für seine besonders aus der frühen Begegnung mit Stéphane Grappelli inspirierte Auseinandersetzung mit der raffinierten Welt des Jazz, gelingt es dem Geiger Benjamin Schmid in seinen Improvisationen, zwischen den beiden Polen von notengetreuer Interpretation und freier Komposition immer neue Brücken zu schlagen. Bei seinem ersten Auftritt wird er zwar den 3. Satz von Mozarts Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur mit den sprachlichen Mitteln des Jazz weitererzählen, bleibt aber mit dieser Grenzüberschreitung noch im Rahmen der klassischen Konzertkonvention, die dem Solisten an dieser Stelle, in der Kadenz, ja traditionellerweise Raum für eigene Improvisationen bietet. Mit den beiden brillanten Musikern seines Jazztrios, dem Kontrabassisten Georg Breinschmid und dem Gitarristen Bireli Lagrène, überlässt er sich in der Folge dann jedoch ganz den freien Fügungen der Fantasie und verarbeitet verschiedene Themen Mozarts in einer eigenständigen Improvisation.

Auf dem west-östlichen Divan von Mozart in Egypt beginnt im Anschluss daran, legitimiert durch das Interesse des Freimaurers Mozart an pharaonischen Mythen und sein Experimentieren mit den im 18. Jahrhundert modischen Klangeffekten „alla turca“, das aufregende okzidental-orientalische Abenteuer des Produzenten Hughes de Courson: In einer verrückten Diagonale verbindet dieses kühne Crossover-Wagnis die vertikale Harmonik der klassischen westlichen Musik mit den typischen Modi und Intervallen der reich verzierten Melodien ägyptischer Folklore, deren Strukturen ein horizontales Hören erfordern: Klavier und arabische Kurzhalslaute (Ud) teilen sich die Partitur des Klavierkonzertes Nr. 23, Auszüge aus dem Quintett für Klarinette und Streichquartett KV 581 werden im Stil eines arabischen Volkstanzes neu arrangiert, und Mozarts waghalsigste Koloraturrolle verwandelt sich auf einem fliegenden Teppich in die märchenhafte Queen Of The 1.001 Nights.

Ebenfalls auf dem Material einer Mozartschen Komposition, basiert der extravagante Grenzgang des Klangmagiers Michael Pogo Kreiner: Seine elektronische Symphonie e-magic flute, ein Auftragswerk des WIENER MOZARTJAHR 2006, liefert einen spannenden Dialog zwischen Themen aus der Oper Die Zauberflöte und der Sprachwelt seines Projektes Madrid de los Austrias, einer Verbindung traditioneller andalusischer Volksmusik mit den Sounds und Beats der Elektronischen Musik.

Mit den Möglichkeiten, Mozarts Musik aus den ursprünglichen Zusammenhängen in den vielschichtigen Kontext von Rock- und Popkultur zu entführen, spielt auch Ian Anderson, der, sowohl mit seiner legendären Band Jethro Tull, als auch in seinen Soloprojekten, mit seiner Neuerfindung der klassischen Querflöte als Instrument der Rockmusik und der Verarbeitung von Einflüssen aus den Bereichen von Folk und Jazz stets jegliches musikalisches Schubladendenken lustvoll ad absurdum geführt hat. Anknüpfend an die einzigartige akustische Textur von Bourée, eines der berühmtesten Beispiele für hochkarätiges Klassik-Rock Crossover, in diesem Fall ausgehend von einer Komposition Johann Sebastian Bachs, erzählt er von seiner Begeisterung für Mozart in Form eines Medleys.

Dass Mozarts Werke auch zu ihren Favourite Things gehören, beweist die Grande Dame des Vocal Jazz Dee Dee Bridgewater. Mit zwei Jazz-Standards bereitet sie den Boden für die ein oder andere überraschende Eskapade in ganz neues musikalisches Terrain und gibt die Stilrichtung vor für ein Mozart-Arrangement, das abschließend, in einem großen Finale, die Vertreter der unterschiedlichen musikalischen Kategorien dieses Abends zu einer gemeinsamen und doch vielstimmigen Annäherung im Spirits of Mozart verleiten will.

Marion Vera Forster
Live-Übertragung in 12 Länder
 
Dee Dee Bridgewater
Ian Anderson (Jethro Tull) mit Special Guest Lucia Micarelli
Mozart in Egypt
Michael Pogo Kreiner
Benjamin Schmid (Violine) & Band
Christiane Oelze
Andreij Boreyko und das Radio-Symphonieorchester Wien
Ouvertüre „Entfürung aus dem Serail“
Violinkonzert A-Dur KV 219, 3.Satz
Improvisation über Mozart Themen
KLavierkonzert N°23, KV 488, 2.Satz
”Taqsim Do”
Alexandria Quintett
"The queen of the 1.001 nights"
“Un moto di gioia”, KV 579
”Voi che sapete” aus “Le Nozze di Figaro”
e-magic flute – “tamino“

Deutscher Tanz KV 605 No.3, “Schlittenfahrt”
”Mozart Medley”
”Bourée”
Symphonie No 34 C-Dur KV 338, Allegro molto
"Les feuilles mortes"
”My favourite things”
"Mozart Medley"
Kanon KV 560a - ”O du eselhafter Peierl”
105 min
ca. 105 min
 
 

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